Maibaumwache schon zum Jahreswechsel

erstellt am: 15.12.2015

Eine Gebietsreform hat die Ober- und die Unterzwickelbacher in ewiger Feindschaft vereint. Seit es nur noch einen Bürgermeister gibt, ist das tägliche Theater groß. Das spielt nun die Theatergruppe Schönberg (nach) und holt mit der Maibaumwache den Dreiakter der Komödienstadl-Autorin Steffi Kammermeier auf die Bühne.

Wer reißt den Maibaum und damit die Macht an sich? Es kommt zum Kampf zwischen den Bräubezirken dies- und jenseits des Grenzzauns, um und gegen Heiratsarrangements, um Vaterschaften, Herzen und um "Herr- oder Frauschaft". − Foto: Haydn

Wer reißt den Maibaum und damit die Macht an sich? Es kommt zum Kampf zwischen den Bräubezirken dies- und jenseits des Grenzzauns, um und gegen Heiratsarrangements, um Vaterschaften, Herzen und um „Herr- oder Frauschaft“. − Foto: Haydn

Zwei Ortsteile, zwei Brauereien und mittendrin das Wirtshaus „Zum Zwickl“ von Anni Schwirbler. Das kann nur in einer regelmäßigen Reiberei enden, der natürlich fleißig nachgegangen würde, gäbe es nicht einen Grenzzaun über Platz und durch Wirtsstube. Trotzdem kann nur einer das Sagen haben, in dem Fall seit jeher der Oberzwicklbacher Greiner-Bräu, der alljährlich den größten Maibaum stellt. Denn so ist die Abmachung der Dörfer: Wer „das längste Stangerl“ hat, der sticht damit alle anderen aus.

Dass es dabei nicht immer mit rechten Dingen zugeht, das stellt sich irgendwann natürlich heraus. Nur so viel: Auch bei Maibäumen gibt es gezinkte Karten, durch die das Machtinstrument über sich hinaus wachsen kann und dann die Gewalt verleiht, auch das soziale Gefüge zu bestimmen.

Und wer das jetzt alles nicht verstanden hat, der hat guten Grund, sich das Spiel selbst anzuschauen. Am 26. und 27. Dezember sowie am 2., 3. und 5. Januar wird es um 19.30 Uhr in der Schönberger Schulturnhalle aufgeführt. Karten gibt es im Tourismusbüro und – wer dann noch Glück hat – an der Abendkasse.