„Amerikaner mit Zuckerguss“ strapazierte die Lachmuskeln

erstellt am: 03.04.2010

Viel Beifall für Premierenvorstellung der Schönberger Theatergruppe – Noch vier weitere Aufführungen in der Mehrzweckhalle

Mit dem Lustspiel von Steffi Kammermeiers „Amerikaner mit Zuckerguss“ hat die Theatergruppe Schönberg wieder einmal den Geschmack des Publikums getroffen. Bei der Premiere am vergangen Samstag wurde viel gelacht und nicht mit Applaus gespart.

Das überaus amüsante Stück, gespickt mit lustigen Aktionen und markigen Sprüchen, spielt im Jahr 1946 in Meiselbach, einem kleinen Dorf in Niederbayern. Die dortige Polizeistation wird von drei mehr oder weniger diensteifrigen Polizisten betrieben. Als Stationsleiter fungiert Adolf Konigseder, genannt Ade (Sepp Eberl). Er war zu „dumm“, um Nazi zu sein, ist deshalb immer noch im Dienst.

An seiner Seite der junge Vitus Eisenkolb (Christian Nachlinger), ein Robin-Hood-artiges Schlitzohr, Erfinder von Alltagsgeräten und Amerika- Sehnsüchten. Er ist verlobt mit Agnes Schicklgruber (Julia Krammer), einer hübschen Bauerstochter mit Erbaussichten auf den Hof und ohne Sehnsüchte nach Amerika. Isidor Moosbichler (Volker Clasen), Lehrgangsabsolvent aus München, ehrgeizig, pedantisch und sensibel, komplettiert das Polizistentrio.

Die einzige Bombe, die weit und breit im Krieg Schaden anrichtete, traf seltsamerweise genau das Gefängnis und die Polizeistation Meiselbach, so dass die drei wackeren Polizisten bei „Zenzi“ Kreszenzia Asslinger (Doris Rötzer), einer Polizistenwitwe aus der Nachbarschaft, ihre Polizeidienststelle auslagern mussten. Zenzi, Hauswirtin und Putzfrau arbeitet eng mit Nebenerwerbs-Schwarzhändlerin Albertine „Bertl“ Noppenberger (Heike Bauer) zusammen. In deren Schlepptau ist stets Opa Gansl (Willi Plank), der nicht mehr ganz richtig im Kopf, alles durcheinander bringt.

Adam Zapf (Sepp Schuhbauer), Hamsterer aus München, sucht immer wieder den Kontakt der beiden Schwarzhändlerinnen und wird insgeheim von Ade und Vitus vor dem übereifrigen Isidor beschützt. Nepomuk Dillinger (Martin Schober), Schäfer und bester Freund von Vitus, liebt seit Jahren heimlich Agnes und kämpft stetig mit Ferdinand Graf von Pfuhl (Peter Radon) um die Weiderechte für seine Schafe. Als Eve Becker alias Elli Blau (Jasmin Fürst), die Tochter von Zenzis Schwester Brunhilde, die nach Amerika ausgewandert ist, ohne ihre Identität preiszugeben in Meiselbach erscheint, ist es aus mit der Ruhe im Dorf und im Polizeirevier, das Liebeskarussell beginnt sich zu drehen. Daran nicht ganz unschuldig ist die Brief- und Geheimnisträgerin Kreszenz Giglberger (Sonja Mies-Schober), die als Postbotin mit dem Briefgeheimnis auf Kriegsfuß steht.

Als dann auch noch die Polizeistation geschlossen werden soll, hat der Leiter der amerikanischen Polizeibehörde, oberster Vorgesetzter der drei Meiselbacher „Kriminalisten“ und Eve´s Vater, Major George Becker (Franz Noha), alle Hände voll zu tun, das Chaos zu entwirren und mit seinem GI John (Tobias Loibl) Ordnung in der Station zu schaffen. Als gebürtiger Tittmoninger spricht er sowohl Deutsch als auch Englisch.

Brunhilde Becker (Sonja Mies-Schober), Eve´s Mutter, die eigentlich zu Hause in Amerika vermutet wird, erscheint überraschend und bringt als Versöhnungsgeschenk für Zenzi die „Freiheitsstatuen“ aus „Nef Jork“ mit.

Das Bühnenbild wurde wie alle Jahre von der Künstlerin Helga Mader aus Passau gestaltet. Für die Beleuchtung ist Manfred Stadler, für den Ton Sepp Scherer zuständig. Als Souffleuse fungiert Beate Fuchs, für die Maske ist Sieglinde Plank verantwortlich, die Bewirtung in den Pausen und nach der Vorstellung liegt in den Händen von Ingrid Stadler und ihrem Team. Die Gesamtleitung hat Franz Noha.

Weitere Aufführungen am 4. Und 5. April, sowie am 9. Und 10. April jeweils um 19:30 Uhr in der Mehrzweckhalle der Dietrich-Bonhoeffer-Schule. Karten gibt´s im Touristbüro im Rathaus sowie an der Abendkasse.